Miesmuschelfischer erhalten Ökosiegel für Nachhaltigkeit

Das Blaue MSC-Kennzeichnung steht für eine nachhaltige Wirtschaftsweise.

(Neukirchen/Hörnum) „Heute sind wir froh, es war ein langer Weg“, so kommentiert Geschäftsführer Peter Ewaldsen von der Erzeugerorganisation schleswig-holsteinischer Muschelzüchter die Auszeichnung mit dem MSC-Gütesiegel für eine nachhaltige Fischerei. „Damit ist Rechtssicherheit für eine Vereinbarung zur künftigen Miesmuschelnutzung im Nationalpark Wattenmeer eingetreten; die Fischer haben nunmehr eine langfristige Perspektive für die Muschelkulturwirtschaft im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“, unterstreicht Ewaldsen. Der schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck hatte vorher in seiner Rede im Beisein von Umweltschutzorganisationen und Nationalparkverwaltung im Gästehaus der Kieler Landesregeirung erläuter, dass er die MSC-Zertifizierung ausdrücklich unterstützt habe. Er begrüße, dass die Einigung zwischen Naturschutz und Muschelfischer nun mit der MSC-Zertifizierung auch für die Verbraucher durch das Siegel sichtbar ist.

Er wies auch auf die langen Diskussionen, Gespräche und „Lernprozesse“ mit den Beteiligten hin. Nach der vor einen Jahr erzielten Eckpunktevereinbarung war allerdings der Weg der Zertifizierung beschritten worden und nun sei durch die Verleihung des Siegels das Ziel erreicht. „Mit der nachhaltigen Nutzung ergeben sich auch ökonomische Vorteile für die Fischer“, meint der Minister. Nach jahrzehntelangen Querelen hatten sich die Umweltorganisationen Schutzstation Wattenmeer, NABU, Verein Jordsand, Landesnaturschutzverband und WWF sowie dem Land Schleswig-Holstein 2015 mit den Muschelfischern auf ein Eckpunktepapier verständigt. „Die Muschelfischerei wird im Nationalpark Wattenmeer in Schleswig-Holstein erheblich verringert und somit endlich vereinbar mit dem Schutz dieses wertvollen Gebietes“ meint auch Hans-Ulrich Rösner vom WWF. Es sei zu begrüßen, dass die Betriebe mit dem MSC-Siegel auch eine ökologische Zertifizierung bekommen. Als entscheidende Bedingung stellt er heraus, dass die in den Eckpunkten vereinbarte Verringerung der Fischerei auch umgesetzt wird.

In der erzielten Vereinbarung ist vorgesehen, dass die Miesmuschelfischerei zukünftig nur noch in 4 Wattstromeinzugsgebieten und damit auf etwa 12 % der Fläche des Nationalparks zulässig ist (früher waren es gut 50 %).

Die Kulturflächen, auf denen die Muschelfischer wirtschaften, werden von 2000 Hektar auf 1700 Hektar reduziert. Davon dürfen bis zu 250 Hektar für Saatmuschel-Gewinnungsanlagen genutzt werden. Auf diesen Flächen werden die Netze installiert, an denen sich junge Muscheln ansiedeln und aufwachsen können, bis sie auf die Kulturflächen gebracht werden. Die Fischerei auf wildlebende junge Besatzmuscheln wird dafür eingeschränkt. Somit werden im Nationalpark große Bereiche geschaffen, in denen sich die Natur ohne Einfluss der Muschelfischerei entwickeln kann.

Regelmäßige Konsultationsprozesse mit Umweltorganisationen und dem Ministerium zur Optimierung des Fischereimanagementsystems sind ebenso vereinbart. Damit soll sichergestellt werden, dass alle umweltrelevanten Informationen bekannt und berücksichtigt werden. Das soll auch bei möglichen Problemen ein schnelles und angemessenes Handeln erleichtern. „Mit diesem Siegel wird nun den Muschelfischern eine nachhaltige Bewirtschaftung in dem sensiblen Lebensraum bescheinigt und der Schutzwürdigkeit auch dokumentiert“, meint Ewaldsen. Man habe sich bewegt und wolle auch die Auszeichnung werbewirksam nutzen. Denn der Markt fordert Nachhaltigkeitszertifikate für Produkte, die heute den Verbrauchern angeboten werde. „Schließlich“, so Ewaldsen, „sind die Miesmuscheln im Nationalpark aufgewachsen und geerntet, sie sind qualitativ die besten in Europa“.

Hintergrund: Das MSC-Siegel kennzeichnet Fischprodukte aus nachhaltigen Fischereien. Die Kriterien für die Vergabe des Siegels hat der Marine Stewardship Council (MSC) in Zusammenarbeit mit führenden internationalen Wissenschaftlern und Meeresexperten und in Anlehnung an die FAO Richtlinien für nachhaltige Fischerei definiert. Der MSC ist eine internationale, unabhängige und gemeinnützige Organisation. MSC zertifizierte Fischprodukte sind jederzeit zu ihrem nachhaltigen Ursprung rückverfolgbar.

gez. Peter Ewaldsen Geschäftsführer

Hoffnungsvoller Saisonbeginn in der Miesmuschel-Fischerei

Gespräche mit Umweltverbänden und Landesregierung verlaufen konstruktiv

„Verhalten-positiv“ bezeichnet der Geschäftsführer der Erzeugerorganisation schleswig-holsteinischer Muschelzüchter e.V. den Beginn der Muschelsaison 2016/2017. „Die ungefähr zwei Jahre alten Miesmuscheln, die auf den Muschelbänken im nordfriesischen Wattenmeer aufgewachsen sind, besitzen derzeit einen Fleischgehalt von teilweise über 30 %“, sagte sichtlich zufrieden Peter Ewaldsen. Damit gehören die Miesmuscheln zu den Spitzenprodukten in ihrer Art, die in den Beneluxländern und Frankreich sehr begehrt sind. Das spiegelt sich auch momentan in den Preisen wieder. Diese bewegen sich durchschnittlich bei 1,50 bis 1,60 € pro Kilogramm. Im Laufe der weiteren Saison würden diese Preise jedoch wieder sinken, da dann auch die Miesmuscheln aus den anderen Fangregionen die europäischen Märkte beliefern. Insgesamt befände man sich jedoch derzeit in einer guten Marktsituation.

„Auch das Verfahren zum Erwerb des MSC-Siegel ist weit fortgeschritten“, erläutert der Geschäftsführer. Das Marine Stewardship Council- Gütesiegel gilt als weltweit anerkannt und ist ein verlässlicher Nachweis für die nachhaltige Herkunft von Fisch und Meeresfrüchten. Umfangreiche Gutachten und wissenschaftliche Nachweise und Prüfungen sind dafür Voraussetzung, um das Siegel zu erhalten. Sehr sachlich und konstruktiv seien die Gespräche mit der Landesregierung und den Umweltverbänden verlaufen, unterstreicht Ewaldsen. Man erwartet die Auszeichnung noch in den nächsten Monaten.

Ebenso positiv bewertet er die Gespräche zur Vertragsverlängerung zwischen den Muschelfischern und dem Land Schleswig Holstein. Man habe nach anfänglichen Schwierigkeiten und manchen Missverständnissen einen Weg gefunden, um ein vernünftiges Vertragswerk zu verhandeln. Die Muschelfischer möchten gerne eine Vertragsverlängerung für die nächsten fünfzehn Jahre erreichen, damit sie Investitionssicherheit für Ihre zukünftigen betrieblichen Tätigkeiten erhalten. Daher hatten die Muschelfischer auch einen freiwilligen Verzicht angeboten, indem sie einige bisher befischte Gebiete nicht mehr nutzen. Auch sind umfassende Antragsunterlagen zur Prüfung der Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeit in Auftrag gegeben worden. Die Gespräche befinden sich nun in den letzten Runden, einige gesetzliche vorgeschriebene Prüfungen müssen noch durchgeführt werden.

Die acht Muschelfischerbetriebe, die weniger als ein Prozent der Nationalparkfläche nutzen, erhoffen sich nun längerfristige Rechtssicherheit und eine sichere Zukunft für ihren Wirtschaftszweig. Im Jahre wurden 2015 wurden insgesamt 6145 t Miesmuscheln angeliefert, die bei einem Preis von 1,09 €  einen Jahreserlös von 6,7 Mio. € ergaben. Im Jahr 2014 dagegen wurden nur 3428 t Muscheln angelandet, erzielten jedoch dafür 2,40 € pro kg. Der Erlös dafür betrug  6,7 Mio. €.

Muschelsaison 2015 beginnt verhalten

In diesem Jahr keine Winterschäden.

Für die Mitglieder der Erzeugerorganisation der schleswig-holsteinischen Muschelfischer hatte am ersten Juli die Muschelsaison 2015/16 begonnen. Die Miesmuscheln auf den Kulturbänken im Wattenmeer haben den Winter gut überstanden. Für die Muschelfischer gibt es - im Gegensatz zu vergangenen Jahren nach heftigen Winterstürmen - keine Verluste zu beklagen.

„Der Fleischgehalt ist auf etlichen Kulturen schon heute gut bis sehr gut,“ sagte der Geschäftsführer der Organisation, Peter Ewaldsen. Da die Erlöse derzeit im Vergleich zum Vorjahr geringer ausfallen, beginne die Ernte nur zögerlich.

Die seit vielen Jahren für die Vertreter von Politik und Verwaltung sowie der Presse angebotene Eröffnungsveranstaltung der Saison wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Kompromissverhandlungen zwischen der Landesregierung und den Naturschutzverbänden über die zukünftige wirtschaftliche Nutzung hatten aus Sicht der Muschelfischer zu starken Einschränkungen für ihre Tätigkeit geführt. „Die Auswirkungen müssen wir zunächst bewerten“, so Ewaldsen.

Delikatessen der Spitzenklasse!

Erfolgreiches Jahr für die Muschelfischer

zum Artikel

2014 - ein erfolgreiches Jahr für die Muschelkulturwirtschaft im Nationalpark.

 „Nachdem im Jahre 2013 sich die Erfolgszahlen gegenüber den Vorjahren stark verbessert haben, setzte sich dieser Trend 2014 fort“, so der Geschäftsführer der Erzeugerorganisation schleswig-holsteinischer Muschelzüchter e.V., Peter Ewaldsen.

Bereits im Juli, am Anfang der Saison, hatten die Muscheln einen durchschnittlichen Fleischgehalt von 32 bis 35 Prozent. Das war auf dem europäischen Markt die absolute Spitzenklasse. Entsprechend auskömmlich waren dann auch die Preise. Durch kluges agieren am Markt konnte über lange Zeit ein überdurchschnittlicher Preis erlöst werden. Durch eine nachhaltige Bewirtschaftungsweise der Muschelzüchter standen auch die ganze Saison über ausreichend Muscheln zur Verfügung. „Nicht nur die Muschelzucht erfordert ein profundes Wissen, sondern auch der Handel mit dem Produkt ist eine sensible Materie, die beherrscht werden muß“, erläutert Ewaldsen.

2014-Ein Jahr mit einem guten Saatfall von Muscheln.

Trotz der vielen unberechtigten Negativmeldungen von Seiten des Naturschutzes: "es wird nie mehr Muschelsaat im Wattenmeer geben, weil die Muschelfischer alles leergefischt haben" verzeichnete das Jahr 2012 durchaus Bodensaat von kleinen Muscheln, wenn auch in geringen Mengen. 2013 waren die am Boden liegenden Mengen dann schon erheblich größer. In 2014 erfolgte ein sehr großer natürlicher Saatfall im gesamten Wattenmeer. In den Flächen, in denen noch Muschelfischer nach Saatmuscheln fischen dürfen, konnte ebenso reichliche Menge gefischt werden. „Somit haben dann die Mitglieder der Erzeugerorganisation trotz der negativen politischen Umstände, für die nächsten Jahre eine Perspektive“ stellte sichtlich zufrieden Geschäftsführer Peter Ewaldsen fest. 

In einem interessanten Artikel stellt nun das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein die Sichtweise des Ministeriums dar.

Muschelfischerei

Die Muschelfischerei in Nord- und Ostsee hat in Schleswig-Holstein eine lange Tradition. In guten Jahren ist sie der umsatzstärkste Zweig unserer Fischerei. Muscheln von der Westküste gelten als besondere Delikatesse. Die Muschelzucht im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist durch ein langjähriges Programm verbindlich geregelt.

Mehr Informationen:
http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/LandFischRaum/08_Fischerei/05_Muschelbestaende/Muschelfischerei_node.html

Wattenmeertag 2014

Zum Tag des Wattenmeeres 2014 haben die Naturschutzverbände eine gemeinsame Erklä­rung veröffentlicht, die alle wirtschaftlich tätigen Menschen im und am Wattenmeer als Auf­kündigung der bisherigen Kompromisse auffassen müssen. Der VERBAND DER DEUTSCHEN KUTTER- u. KÜSTENFISCHER e.V., Mitglied im Deutschen Fischerei-Verband, hat diese Stellungnahme der Fischerei zu den Äußerungen der Naturschutzverbände zum „Wattenmeertag“ 2014 erarbeitet.

> Stellungnahme der Fischerei

Muschelsaison 2014 in Hörnum eröffnet

Miesmuscheln in bester Qualität aus dem Wattenmeer vor Sylt

(Hörnum/Sylt) Große Zufriedenheit herrscht derzeit bei der Erzeugerorganisation der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter e.V. „Ein Jahrgang mit einer ausgezeichneten Qualität“ sagt lächelnd der Geschäftsführer der Erzeugerorganisation Peter Ewaldsen, der die ersten vor Hörnum gefischten Miesmuscheln des Jahres bewertet. Sie seien von einer guten Konsistenz, geschmacklich gehaltvoll und besäßen einen außerordentlich hohen Fleischanteil von teilweise über 30%, erläutert der Geschäftsführer weiter. Das führt auch in diesem Jahr dazu, dass die Ware in den Nachfragegebieten auskömmliche Preise erzielt und die Märkte in den Niederlanden, Belgien sowie Frankreich einer extrem hohen Nachfrage unterliegen, die nun von den hiesigen Produzenten bedient wird. Täglich fahren 2 LKW mit einer Kapazität von ca. 24 Tonnen nach Yerseke in die Provinz Zeeland/NL, wo sie dort direkt verkauft werden.

Die Muschelfischer hatten am 15. August interessierte Wissenschaftler und Vertreter aus Politik und Verwaltung nach Hörnum eingeladen, um dort die offizieller Eröffnung der Muschelsaison vorzunehmen. An Bord eines Muschelkutters wurden die geladenen Gäste zu den Muschelkulturbänken und Saatmuschel-gewinnungsanlagen gefahren, um die Arbeit der Fischer zu beobachten. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag (PDF) von Dr. Peter Breckling, Generalsekretär des deutschen Fischereiverbandes, der sich in einem interessanten Vortrag mit dem Thema „Muschelfischerei und Naturschutz - ein Zwiespalt?“ auseinandersetzte.

Muschelsaison 2013 verläuft positiv.

Die Muschelsaison 2013 ist fast beendet und der Vorsitzende der Erzeugerorganisation der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter e.V., Peter Ewaldsen, bewertet den bisherigen Verlauf positiv.

Zwar konnten zu Beginn in den Monaten Juli und August keine Spitzenpreise auf den Märkten erzielt werde, da die Muscheln einen zu geringen Fleischanteil besaßen. Die Situation änderte sich dann im August, aber dann war die Hochpreisphase schon vorbei. Durch geschicktes Handeln gelang es den Betrieben jedoch eine gute Position im Markt zu erobern. Bereits bis zum Ende dieses Jahres werde der überwiegende Teil des zu erwartenden Jahresumsatzes getätigt.

Das positivste Ereignis des Jahres sei aber der sehr gute Brutfall in diesem Jahr. Große Mengen von Jungmuscheln konnten auf den genehmigten Flächen abgeerntet und auf die Kulturflächen aufgebracht werden. „Das ist für die Muschelkulturwirtschaft eine gute Perspektive für die nächsten Jahre“, unterstreicht Ewaldsen.

Auch die beiden schweren Orkanstürme „Christian“ und „Xaver“ haben wenig Schäden auf den Kulturflächen in den geschützten Wattengebiete vor der nordfriesischen Küste angerichtet.

Die Erzeugerorganisation der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter e.V. wünscht allen Muschelessern eine frohe Weihnacht und alles Gute für 2014!

Gute Ernte

Große Zufriedenheit herrscht derzeit bei der Erzeugerorganisation der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter e.V. Geschäftsführer Peter Ewaldsen bestätigt, dass nach langen Jahren mit wenigen Jungmiesmuschelbeständen nunmehr in der letzten Zeit verstärkt Jungmuscheln in den Wattengebiete zu finden sind. Auf dem Meeresboden sowie auf den trockenfallenden Wattflächen sind jetzt ausreichende Mengen vorhanden, die von den Fischern auf ihre Muschelkulturflächen aufgebracht werden können, um dort bis zur Marktreife heranzuwachsen. Dieser Prozess dauert ungefähr 18 bis 24 Monate. Diese Flächen im nicht trockenfallenden Bereich des Wattenmeeres liegen auch vor Hörnum und es sei davon auszugehen, dass dieser Prozess weiter natürlich abläuft, erläutert Ewaldsen. Die Gründe für diesen neuen Brutfall sind vielfältig. In dem letzten Jahrzehnt war eine Warmphase zu verzeichnen, die zu einem Anstieg der Wassertemperaturen in der Nordsee geführt habe. Dadurch ist es zu natürlichen Verschiebungen im Ökosystem auch im Wattenmeer gekommen, Fressfeinde haben sich aufgrund der fehlenden Eiswinter ungehindert vermehren können, die sich dann von den am Boden lebenden Jungmiesmuscheln ernährten. In Betracht kommen am Boden lebende Tiere, wie Strandkrabbe und Nordseegarnele, deren Bestände in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Andererseits wurde beobachtet, dass z.B. an schwimmenden Seezeichen eine dichte Miesmuschelbesiedlung zu finden war. Die Muschelfischer haben versucht, den Mangel durch den Import von Besatzmuschen auszugleichen. Das ist zukünftig aufgrund der Rechtslage nicht mehr möglich. Als Alternativen zur herkömmlichen Besatzmuschelfischerei oder zu Importen wurden aufgrund der Erfahrungen in den Niederlanden Saatmuschelgewinnungsanlagen auch vor Hörnum ausgelegt. Dabei handelt es sich um stabile Gerüste, die in der Nähe der Wasseroberfläche schwimmen und fest verankert sind. An diesen Tauen oder Netzen siedeln sich jahreszeitlich bedingt die Miesmuschellarven an und entwickeln sich zu jungen Miesmuscheln. Mit speziellen Maschinen werden sie schonend abgeerntet und zum Besatz der Muschelkulturbezirke verwendet.

Die letzten beiden kälteren Winter hätten nunmehr eine bessere Rahmenbedingungen zum Heranwachsen für die Jungmuscheln erbracht. Ewaldsen hofft nunmehr auf eine weiterhin gute Ernte und sieht sich in seiner Auffassung bestätigt, dass natürliche Schwankungen in einem sensiblen Ökosystem gute und schlechte Jahre mit sich bringen. Auch sieht er die unwissenschaftlichen Behauptungen einigen Naturschutzorganisationen „natürlich“ widerlegt. Hatten doch die Verbände vor zwei Jahren behauptet, die Muschelfischer hätten das Wattenmeer leergefischt und seien für den Mangel an Jungmuscheln verantwortlich. Keine fachlich-sachliche Diskussion war mit den Verbänden möglich, erinnert sich Ewaldsen, nur noch politische Argumente wurden vorgebracht, um den traditionellen Muschelfang auszulöschen. Er fordert erneut die Rückkehr zu einer wissenschaftlich- sachlichen Diskussion, sein Verband ist bereit dazu.

In wie weit das Orkantief „Christian“ auch Schäden auf den Muschelkulturflächen angerichtet hat, gilt es nun zu untersuchen. Zwar liegen diese in Tiefen bis zu zehn Metern, gleichwohl könnte die starke Strömung auch hier möglicherweise zu einer Verlagerung der Muschelsaat geführt haben.

Der Feind im Muschelbett

Der Muschel vor Sylt geht es mies.

Sie hat zwei gefährliche Gegner: Die Eiderente und die Grünen.

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Quelle: FAZ v. 31.08.2013

Eine besondere Meeresfrucht in Gefahr?

Husum Zum zweiten Mal fand gestern während des Husumer Fischmarktes eine Verkostung mit Original-Miesmuscheln aus dem nordfriesischen Wattenmeer statt. Am Binnenhafen wurden die Meeresfrüchte zum Verzehr angeboten und frisch vor den Augen des Publikums zubereitet.

Auf das besondere Produkt machten die Erzeugerorganisation schleswig-holsteinischer Muschelzüchter, die Interessengemeinschaft Husumer Hafen und das Fischhaus Loof aufmerksam. Unter Kennern in Europa gelten die Muscheln aus dem Nationalpark als „Premiumprodukt“ und erfreuen sich in den Benelux-Staaten und in Frankreich einer großen Nachfrage, so die Veranstalter. „Insbesondere der hohe Fleischanteil und der intensive Geschmack unterscheiden sich von Muscheln aus anderen Fanggebieten.“ Das kann der Brite Brydon Hodson aus Oldenswort bestätigen. Er liebt Muscheln – leider als einziger in seiner Familie. Und so war für Hodson das Angebot eine kulinarische Offenbarung – „endlich konnte ich wieder einmal Muscheln nach Herzenslust genießen“.

Für ihn und viele andere Freunde dieser Meeresfrucht war es deshalb eine gute Nachricht, als Peter Ewaldsen, Vorsitzender der Muschelzüchterorganisation, ankündigte, dass die Muschelverkostung in Husum zur Tradition werden soll. Aber: „Genießen Sie diese Frucht, solange es noch geht“, rief er den Gästen zu. Mit der ehemaligen schwarz-gelben Landesregierung sei der Vertrag für den Miesmuschelfang bis 2026 verlängert worden. Doch die derzeitige Koalition in Kiel stelle dies in Frage. Ewaldsen: „Man fordert von uns, zum Teil von unseren Rechten zurückzutreten.“ Denn nach Auffassung der rot-grünen Regierung hätten die Miesmuschelfischer im Watt nichts zu suchen.

Die acht organisierten schleswig-holsteinischen Muschelfischer müssen noch mit einer anderen Widrigkeit kämpfen. So gibt es bereits seit 2006 nicht mehr genug Saatmuschelbestände im Watt. „Wir vermuten, dass Tiere wie die Strandkrabbe und die Nordseegarnele die Miesmuscheln am Boden wegfressen“, hatte Peter Ewaldsen bei der offiziellen Eröffnung der Muschelsaison in Hörnum erklärt. Da der Import von Besatzmuscheln eingeschränkt worden ist, wollen die Fischer künftig über Saatmuschelgewinnungsanlagen – ein Netz aus dicken Tauen – möglichst östlich von Hörnum Jungmuscheln zum Aussetzen gewinnen. Hiergegen klagt die Schutzstation Wattenmeer.

Nachdem die Fischer 2010 mit einem Umsatz von 1,5 Millionen Euro große Verluste verbuchten, wies die Bilanz für das vergangene Jahr 17,5 Millionen Euro und 12 900 Tonnen Muscheln aus. hjm/nje

Quelle: Husumer Nachrichten - 19.08.2013

Muschelsaison 2013

Am 7. August wird die Muschelsaison 2013 offiziell in Hörnum/Sylt eröffnet. In Anwesenheit von Vertretern aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft werden die geladenen Gäste an Bord eines Ausflugschiffes einen Muschelkutter begleiten und seine Arbeit auf Miesmuschel-Kulturflächen und Muschelaufzuchtanlagen beobachten. Im Mittelpunkt steht die Vorstellung einer Studie über die Muschelfischerei durch Prof. Dr. Frederico Foders. Anschließend berichtet Prof. Dr. Aad Small von der Universität Wageningen/NL über die Auswirkungen der Saatmuschelfischerei auf das Ökosytem.
 
Die Öffentlichkeit hat wiederum in Husum/Nordsee die Möglichkeit die neuen Miesmuscheln zu verkosten.
Anlässlich des Husumer Fischmarktes am 18. August 2013 haben die Veranstalter wieder ein zusätzliches Angebot für Einheimische und Touristen vorgesehen.
Zum zweiten Mal findet neben den anderen Attraktionen auf der „bunten Meile" eine Muschelverkostung mit original nordfriesischen Miesmuscheln statt. Auf der Hafenstraße am Binnenhafen in Husum, neben dem Restaurant Steak & Meer, werden für einen symbolischen Preis die Muscheln zum Verzehr angeboten. Sie werden vor den Augen der interessierten Besucher zubereitet und können dann dort vor dem Zelt gegessen werden.

Wieder fertig für die neue Muschelsaison

Für die beginnende Muschelsaison 2013 werden unsere Kutter in der Husumer Werft überprüft und gewartet, damit alles ordnungsgemäß funktioniert.

Ankündigung!

Die Muschelverkostung 2013 findet wieder gemeinsam mit dem Fischmarkt am 18. August am Binnenhafen statt.

19. August 2012 Muschelverkostung in Husum

Als einen vollen Erfolg bewerten die die Erzeugerorganisation (EO) schleswig-holsteinischer Muschelzüchter e.V., die Interessengemeinschaft Husumer Hafen e.V. und das Ehepaar Loof vom Fischhaus Loof die erste Muschelverkostung mit original nordfriesischen Muscheln anlässlich des Husumer Fischmarktes.
 
Peter Ewaldsen begrüßte unter den geladenen Gästen unter anderem auch Peter Harry Carstensen, ehemalige Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein mit seiner Gattin.
Nach einigen Erläuterungen durch den Geschäftsführer und einer humorvollen Rede von Peter Harry Carstensen ließen sich die 70 anwesenden Gäste die auf traditionelle Art zubereiteten Miesmuscheln schmecken. Die Organisatoren kündigten weitere Muschelverkostungen an. Diese Aussicht bedachten die inzwischen mit eiweißreicher Kost gesättigten Gäste mit viel Applaus.

Auch die Besucher des Fischmarktes hatten die Gelegenheit, diese ausgezeichneten Muscheln zu probieren. Für einen symbolischen Preis konnten sie die Muscheln „direkt aus dem Topf“ genießen.

19. August Muschelverkostung in Husum

Anlässlich des Husumer Fischmarktes am 19. August 2012 haben die Veranstalter ein zusätzliches Angebot für Einheimische und Touristen vorgesehen.

Zum ersten Mal findet neben den anderen Attraktionen auf der „bunten Meile" eine Muschelverkostung mit original nordfriesischen Miesmuscheln statt. Auf der Hafenstraße am Binnenhafen in Husum, neben dem Restaurant Steak & Meer, werden für einen symbolischen Preis die Muscheln zum Verzehr angeboten. Sie werden vor den Augen der interessierten Besucher zubereitet und können dann dort vor dem Zelt gegessen werden.

Mit dieser Verkostung möchten die Erzeugerorganisation schleswig-holsteinischer Muschelzüchter e.V in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Husumer Hafen e.V. IGHH und dem Fischhaus Loof auf dieses besondere Produkt aus dem Nationalpark Wattenmeer aufmerksam machen.

Muschelsaison 2012

Am 1. August hat die Erzeugerorganisation der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter e.V. mit geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung und Verbänden sowie Vertretern der Medien die Muschelsaison 2012 eröffnen. Dazu hatte man sich in Hörnum/Sylt verabredet, um vor Ort zu sehen, in wie weit die neuen Saatmuschelgewinnungsanlagen von Jungmuscheln besetzt waren. Mit einem Muschelkutter ging die Fahrt Richtung Besatzfelder östlich von Sylt. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt der Veranstaltung in der Befassung mit Saatmuschelgewinnung und Besichtigung von Anlagen, die schon vor Hörnum/Sylt ausgebracht sind.

Die anwesenden Damen und Herren erhielten bei einem anschließenden Pressegespräch Informationen über die Arbeit der Züchter und über die aktuelle Situation der Miesmuschel- und Austernzucht.

Neue Regeln für Muschelfischer

»Wir düngen nicht, wir spritzen nicht, natürlicher geht es nicht!« André de Leeuw, Muschelzüchter

Für die nächsten 15 Jahre dürfen die schleswig-holsteinischen Muschelfischer ihr Gewerbe im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer weiterhin ausüben.

Seit dem 1.1.2012 gilt ein neuer öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen der  Erzeugergemeinschaft und dem Land Schleswig-Holstein, der den alten Vertrag von 2000 ersetzt.  Dieser enthält nun eine Laufzeit bis zum 31.12. 2026 und verschafft den Muschelfischern die erforderliche  Investitionssicherheit für die Zukunft.

Ein am 30. Dezember 2011 einvernehmlich von Naturschutzbehörden und Fischereibehörden novelliertes „Programm zur Bewirtschaftung der Muschelressourcen“ gemäß § 40 des Landesfischereigesetzes regelt die Nutzung so, dass sie nachhaltig und naturschonend erfolgt.

Ziel der Miesmuschelkulturwirtschaft ist es, die als Miesmuschelkulturbezirke ausgewiesenen Kulturflächen mit Besatzmuscheln zu besetzen, die Miesmuschel zu konsumreifen Speisemuscheln heranwachsen zu lassen und sie dann zu ernten. Nunmehr dürfen im Gebiet des Nationalparks Wattenmeer für Miesmuschelkulturen wie bisher 2000 Hektar genutzt werden. Für Saatmuschelgewinnungsanlagen zusätzlich 300 Hektar, insgesamt also 2300 Hektar Fläche im Nationalpark werden für eine nachhaltige Nutzung zur Verfügung gestellt. Das entspricht 0,52 Prozent der Gesamtfläche. In der Zeit vom 15. April bis 30. Juni jeden Jahres ist die Anlandung von Miesmuscheln untersagt.

Der während der Tide trockenfallende Bereich im Wattenmeer ist für die Muschelfischerei nicht mehr nutzbar. Dieser trocken fallende Bereich wurde durch eine geänderte Bezugslinie in der Seekarte erheblich vergrößert. Auch die gesamte Zone 1 und die amtlich bezeichneten Fahrwasser, die durch diesen ökologisch wertvollen Lebensraum hindurchführen, sind für die Besatzmuschelgewinnung gesperrt. Nur in Ausnahmefällen dürfen diese Fahrwasser und zwei weitere kleine Gebiete in der Schutzzone 1 für die Besatzmuschelfischerei genutzt werden. In der Vergangenheit war es möglich vier Gebiete in der Zone 1 und alle durchführenden amtlich bezeichneten  Fahrwasser uneingeschränkt zu befischen.

Alle Muschelkutter haben eine sog. „Blackbox“ installiert und werden durch diesen Fahrtschreiber überwacht.

Die schleswig-holsteinischen Muschelfischer haben versucht, den ihre wirtschaftliche Existenz bedrohenden Mangel durch den Import von Besatzmuscheln aus der Miesmuschelpopulation aus anderen Teilen der Nordsee auszugleichen. Das wird zukünftig aufgrund teilweise strittiger Urteile wahrscheinlich nicht mehr möglich sein. Als Alternativen zur herkömmlichen Besatzmuschelfischerei oder zu Besatzmuschelimporten werden aufbauend auf den Erfahrungen vor allem aus den Niederlanden Saatmuschelgewinnungsanlagen (SMA) in ausgewählten Meeresgebieten ausgelegt.

Auch für die Austernwirtschaft gelten neue Regeln:

Im Nationalpark werden weiterhin - wie bereits seit 1986 - bis zu 30 Hektar im trocken fallenden Bereich den Zuchtbetrieben zur Verfügung gestellt.  

Das Sammeln von Wildaustern ist wie bisher nur mit der Hand im für jedermann betretbaren Bereich der Zone II auf maximal ein Prozent der Fläche zulässig. Sammler müssen einen  Fischereischein  besitzen  und außerdem eine kostenpflichtige Lizenz zum Sammeln bei der Fischereibehörde beantragen und genehmigen lassen. Eine Lizenz ist zum Sammeln von Besatzaustern und sieben Lizenzen sind für das Konsumaustern-Sammeln vergeben.

Für den seit Beginn der Austernzucht im Jahre 1979 praktizierten und unersetzbaren Import von Besatzaustern gelten strenge Auflagen. 

Trogmuschelfischerei:

Im Extremwinter 1995/96 sind aufgrund eines Extremwinters die Bestände zusammen gebrochen und haben sich bisher in den Beständen nicht erholt. Daher werden ab 2016 auch keine neuen Erlaubnisse mehr erteilt.