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Miesmuschelfischer erhalten Ökosiegel für Nachhaltigkeit

Die Akteure mit Minister Habeck
Simon Leuschel führte die Verhandlungen bis zur Verleihung des MSC-Gütesiegels. Dr. U. Rösner (r.) WWF
Drei zufriedene Mitglieder der EO mit Rechtsanwalt Kuhbier (r.)

Die Erzeugerorganisation der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter e.V. begrüßt Sie herzlich auf ihrer Webseite.

Wir möchten Ihnen auf den nachfolgenden Seiten Informationen über unser Organisation und die historische Entwicklung von der klassischen Muschelfischerei bis zur heutigen, nachhaltigen Wirtschaftsweise der Miesmuschelkulturwirtschaft darstellen. Gerne stehen wir Ihnen auch für weitere Fragen zur Verfügung und bedanken uns für Ihr Interesse.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein hat acht Lizenzen im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Vertrages für die Miesmuschelzucht vor der Küste von Schleswig-Holstein an unsere Mitgliedsbetriebe vergeben. Zwei Betriebe sind in der  Weiterverarbeitung tätig. Besonderes Interesse hat das Land dabei daran, dass eine Wertschöpfungskette auch bei der Weiterverarbeitung vor Ort stattfindet und dauerhaft positive Arbeitsmarkteffekte erzielt werden.

Muscheln unterliegen nicht - wie z.B. Fische und Garnelen - dem freien Fischfang. In § 1 Abs. 3 Bundeswasserstraßengesetz überlässt der Bund den Küstenländern das alleinige Recht zur Nutzung der Muscheln in den Küstengewässern. Das Land Schleswig-Holstein nutzt das ihm zustehende Recht zur  Muschelfischerei und Muschelzucht durch die Vergabe öffentlich-rechtlicher Erlaubnisse an Betriebe oder Organisationen der Muschelwirtschaft. Diese Betriebe dürfen dann junge Muscheln fangen und zum Besatz von Bodenkulturen einsetzen.

Diese Lizenzen sind - im Gegensatz zu anderen Fischereiarten - kostenpflichtig. Die bisherige Genehmigung für die Trogmuschelfischerei wird ab 2016 nicht mehr erteilt.

Zur Erzeugerorganisation gehört auch ein Betrieb, der ausschließlich Austern züchtet.

Für die Region stellt die Muschelfischerei, -zucht und -verarbeitung einen bedeutsamen Wirtschaftsfaktor dar. Es fahren acht Muschelkutter im Wattenmeer und in den Betriebszweigen Zucht- und Verarbeitung sind 150 Mitarbeiter beschäftigt. Die Produkte werden in über 50 Länder exportiert - bis nach Südafrika und in die USA.

Die Muschelzucht unterliegt einer umfangreichen gesetzlichen Regelung hinsichtlich Schonzeiten und Verweildauer. Die Fischereibehörden genehmigen die Standorte der Muschelzuchtanlagen in Zusammenarbeit mit anderen Behörden und den Vertretern der sonstigen Fischerei und überprüfen die Einhaltung der Regeln durch Einsatz von elektronischen Fahrtenschreibern und  „vor Ort“ Kontrollen.

Für die Erzeugergemeinschaft ist ein nachhaltiges Wirtschaften im Nationalpark Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer, das ebenso mit dem Gütesiegel Weltnaturerbe versehen wurde, kein Lippenbekenntnis sondern Betriebsphilosophie. Nur die nachhaltige Nutzung des sensiblen Ökosystems erlaubt eine zukünftig wirtschaftliche Nutzung und damit den Erhalt der Betriebe. Auflagen und deren nachhaltige Umsetzung werden von den Muschelfischern erfüllt, denn schließlich wollen sie auch in Zukunft ihr Handwerk ausüben.